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Basiswissen über das Schwyzerörgeli

Der Vorläufer des Schwyzerörgelis ist das Langnauerli. Es sieht dem Örgeli schon recht ähnlich, ist aber kleiner. Die Melodieseite (Diskant) besteht nur aus einer Knopfreihe mit 9 Knöpfen, die Bassseite aus 2 Knöpfen.
Musikalischer Aufbau

Tonerzeugung


Früher erlernte man das Schwyzerörgelispiel per Selbststudium und vielleicht standen einem ein paar kleine Tipps und Tricks eines Verwandten, der das ’Örgelen’ beherrschte, zur Verfügung. Doch Virtuosen auf diesem Gebiet, verrieten ihre Geheimnisse natürlich nicht, da es eben auch durch mühsames Ausprobieren angeeignet wurde.Heute haben es die Schwyzerörgeler leichter, da es nun auch Musikschulen und Musikunterricht für sie gibt.
Verschiedene Lernmethoden und Notensysteme
Man kann auf verschiedene Weise ein Schwyzerörgelistück erlernen. Früher mussten sie nach Gutdünken spielen (so genannt Stegreif), da nur selten Noten vorhanden waren. Der Erwerb war zu teuer und das Notenlesen wurde noch nicht in der Schule gelehrt. Man hatte eine Melodie im Kopf und versuchte sie dann wiederzugeben. Das Zusammenspiel war hier schwierig, da der eine Spieler das Lied in Es-

Damit man einen Vergleich zwischen den Notensystemen hat, sind alle Beispiele eine As-
Grundsätzlich gilt: egal welche Lernmethode man bracht, man sollte das Stück schlussendlich auswendig vortragen können!
Die Drei Stile
Der Bündner Stil:
An diesem Stil ist vor allem das Ensemle charakteristisch. Meist spielen zwei Klarinetten eine 1. und eine 2. Stimme, und das Schwyzerörgeli hat nur eine begleitende Funktion. Ein Beispielstück zu diesem Stil ist s’Bündner Meiteli. Einer der berühmten Örgelibauer aus dieser Gegend ist Joseph Nussbaumer. Die gespielten Titel sind oft Eigenkompositionen, aber auch Titel von Josias Jenny, Peter Zinsli oder Urs Glauser.
Der Berner Stil:
Der Berner Stil drückt sich in seinen oft zweigriffigen Stücken aus. Meistens sind es längere Töne und eine ruhige, gemütliche Melodie. Eine typische Bernerformation besteht aus einer Bassgeige und zwei bis drei Schwyzerörgelis.Es gibt zwei verschiedene Spielarten:Der erste Spieler spielt die erste Stimme eingriffig, der zweite Spieler eine zweite Stimme eingriffig und der dritte Spieler macht die Begleitung.Der erste Spieler gibt die erste Stimme zweigriffig wieder, der zweite Spieler macht eine einfache Begleitung und der dritte Spieler eine schwierige.Ein Beispielstück ist ‚d’Notbräms’.Heutzutage werden oft auch Titel aus der Unterhaltungsmusik gespielt. Zum Beispiel Schlager oder berndeutsche Lieder, wie etwa ’Es Buure Büebli mani nid’ etc.
Der Innerschwyzer Stil:
‚En urchige Muotathaler’ ist ein typisches Innerschweizerstück. Diese sind meist eingriffig, jedoch spielt fast immer ein zweiter Schwyzerörgeler eine 2. Stimme dazu. Auch hier begleitet einer, ein Kontrabass ist oft vorhanden und meistens wird auch mit dem Klavier die Begleitung gemacht. Die Stücke sind oft schnell gespielt und bestehen fast nur aus Läufen. Auch noch zu erwähnen ist, dass die Innerschwyzerörgelis tremoliert sind. Gespielt werden hauptsächlich lebhafte Tänze mit vielen Verzierungen (Triller). Bekannte Vertreter (Altmeister) dieser Stilrichtung sind: Stump-
In der Innerschwyz wird das Örgeli mitten auf den Schoss gesetzt und mit beiden Händen gestossen oder gezogen. Zudem hat es noch eine Daumenschlaufe (Däumling), welche vom Langnauerli (Vorläufer des heutigen Schwyzerörgelis, mit nur einer Reihe Melodieknöpfen) übernommen wurde.In den übrigen Kantonen besitzt das Örgeli eine Armschlaufe auf der Melodieseite. Das Örgeli wird links vom linken Oberschenkel angestellt. Man hält es, indem der rechte Arm in der Schlaufe ist und man den Daumen seitwärts an das Griffbrett drückt. Häufig wird das linke Bein etwas erhöht, indem man ein ’Schämeli’ unter den Fuss nimmt.
Arrangement:
Aufgeschrieben wird nur die ein-
Mit dem Schwyzerörgeli kann man allein spielen, In einem Duo, Trio, Quartett, (2-
diatonisch (wechseltönig)/ chromatisch(gleichtönig) = Wenn man einen Ton zieht und stösst kommt entweder zweimal der gleiche Ton (chromatisch) oder zwei verschiedene (diatonisch).
Zweigriffige Hauptstimme = Um die Hauptstimme zu spielen, drückt ein Örgeler meistens zwei Töne gleichzeitig.
Zwei-
Tremolierte Töne = Sind bei einem dreichörigen Instrument die beiden Oktavstimmzungen absichtlich nicht genau gleich gestimmt (ungleiche Frequenz), entsteht das Tremolo. Man spricht dabei auch von einer Schwebung oder einer Interferenz. Je nach der Differenz der beiden Töne ist diese Schwebung gut bis gar nicht zu hören. Eine Differenz von z.B. 1 Schwingungen pro Sekunde (Herz) ist bereits gut zu hören.Es sind vorallem die Schwyzerörgelifabrikanten aus der Innerschweiz, welche ihre Instrumente tremolieren, wogegen die Hersteller aus dem Kanton Bern eine gewisse Abneigung gegen diese Art des Stimmens haben.
Kreuzton = Als Kreuztöne werden die Knöpfe der innersten (dritten) Reihe bezeichnet. Der Name kommt von der speziellen Notationsschrift her, welche die Töne der innersten Reihe mit einem 'x' versieht, einem Kreuz.
Begleiten = man spielt den passenden Akkord in einer zur Gattung passender Rhythmik. Pro Musikteil verwendet man meist nur die 1., 4. und 5. Stufe.
Tamara Balmer
(Dieser Text ist aufgrund der Maturaarbeit von Tamara 2007 entstanden)